Foto: B2B Lastenradzentrum München
Berlin, 23.06.2026
Die vom Bundesministerium für Verkehr veröffentlichte Zwischenevaluation des Nationalen Radverkehrsplans (NRVP 3.0) zeigt deutliche Fortschritte bei der Förderung des Radverkehrs. Gleichzeitig macht der Bericht deutlich, dass Deutschland noch weit von seinem Ziel entfernt ist, die Verkehrsleistung des Radverkehrs bis 2030 zu verdoppeln.
Für den Radlogistikverband Deutschland e.V. (RLVD) bestätigt die Evaluation eine zentrale Erkenntnis: Der Wirtschaftsverkehr muss künftig deutlich stärker in die Radverkehrspolitik integriert werden.
„Die Evaluation zeigt, dass mehr Fördermittel, mehr Personal und mehr Infrastruktur allein nicht ausreichen, um die angestrebten Verlagerungseffekte zu erreichen. Der Wirtschaftsverkehr bietet ein enormes Potenzial, zusätzliche Radverkehrsleistung zu generieren und gleichzeitig Städte lebenswerter, klimafreundlicher und effizienter zu gestalten“ erklärt Ernst Brust, Vorstandsvorsitzender des RLVD.
Die Gutachter weisen darauf hin, dass die Verkehrsleistung des Radverkehrs seit 2017 lediglich moderat gestiegen ist. Gleichzeitig dokumentiert die Evaluation ein Wachstum der Radlogistikbranche sowie steigende Umsätze im Bereich der gewerblichen Lastenradnutzung.
Besonders erfreulich ist aus Sicht des RLVD, dass Daten aus den jährlich veröffentlichten Branchenreports des Verbandes in die Zwischenevaluation eingeflossen sind. Dies unterstreicht die zunehmende Bedeutung belastbarer Daten für die Entwicklung einer modernen und wirksamen Radverkehrspolitik.
Radlogistik als Baustein einer erfolgreichen Verkehrswende
Die Evaluation bestätigt, dass die Potenziale der Radlogistik bislang noch nicht ausgeschöpft werden. Als wesentliche Hemmnisse werden insbesondere fehlende Mikrodepots, unzureichende Flächenverfügbarkeit sowie mangelnde Integration in kommunale Verkehrs- und Logistikkonzepte genannt.
Der RLVD fordert deshalb:
- stärkere Berücksichtigung des Wirtschaftsverkehrs in der kommunalen Verkehrsplanung,
- flächendeckende Bereitstellung von Mikrodepots und Logistikflächen,
- faire Wettbewerbsbedingungen zwischen emissionsfreier Radlogistik und konventionellem Lieferverkehr,
- transparente Vollkostenbetrachtungen für Fahrzeuge und Verkehrsinfrastruktur.
„Radlogistik ist längst keine Nischenlösung mehr. Lastenräder und Fahrradanhänger können einen erheblichen Teil innerstädtischer Transporte übernehmen. Sie reduzieren Emissionen, entlasten den öffentlichen Raum und stärken die lokale Wirtschaft. Wer die Ziele des Nationalen Radverkehrsplans erreichen will, darf den Wirtschaftsverkehr nicht länger als Randthema behandeln“ so Ernst Brust, Vorstandsvorsitzender des RLVD.
Vier Jahre bis 2030
Bis zur Abschlussevaluation des NRVP im Jahr 2030 bleiben vier Jahre. Der RLVD sieht darin die Chance, die bisher erreichten Fortschritte konsequent weiterzuentwickeln und die Rolle des Fahrrads im Wirtschaftsverkehr deutlich auszubauen.
Der Verband wird diesen Prozess weiterhin mit Daten, Praxiswissen und konkreten Lösungsansätzen unterstützen.
Pressekontakt
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Über den Radlogistikverband Deutschland e.V.
Der Radlogistikverband Deutschland (RLVD) setzt sich für die Verbreitung und Weiterentwicklung von Commercial Cargo Bikes in der Logistik und im urbanen Wirtschaftsverkehr ein und vertritt die Interessen des Ökosystems der Radlogistik. Der Verband wurde im September 2018 in Berlin gegründet und hat rund 90 Mitglieder. Als Teil von European Cycling Industries fungiert er als zentrale Netzwerkplattform der Branche.