Bild: Ulrich Pucknat

Berlin, 29.10.2026 – Die BAFA-Förderung für gewerbliche E-Lastenräder erreicht ihre Zielgruppe: Für 16 von 17 befragten Anwendern ist sie das einzige genutzte Förderinstrument, rund 42 Prozent aller gewerblich verkauften Fahrzeuge wurden über sie gefördert. Das zeigen zwei Umfragen des Radlogistikverbands Deutschland (RLVD) unter 40 Herstellern, Händlern und gewerblichen Anwendern. Weil die zugrunde liegende Förderrichtlinie am 30. Juni 2027 ausläuft und der Haushaltsentwurf 2027 die Mittel zusätzlich kürzt, fordert der Verband eine Verlängerung der Prämie über 2027 hinaus und ihre Öffnung für Leasing.

Der Markt für gewerbliche Lastenräder steht mitten im Hochlauf: Die Kostenvorteile gegenüber dem Transporter greifen erst über mehrere Betriebsjahre. Genau diese Anfangsphase überbrückt die Förderung. Entsprechend ist ihre Fortführung der meistgenannte Wunsch der Umfrage. Kritik an der Höhe der Prämie äußert dagegen kein einziges Unternehmen.

„Für drei Monate Tankrabatt gibt der Bund 2,8 Milliarden Euro aus. Die Lastenradförderung kostet einen Bruchteil davon – und soll trotzdem gekürzt werden, obwohl unsere Zahlen ihre Wirkung belegen: Für 16 von 17 befragten Logistiker  ist sie das einzige Förderinstrument, mit dem sie ihre Flotte ausbauen. Diese Prämie gehört über den Juni 2027 hinaus verlängert“, sagt Ernst Brust, Vorstandsvorsitzender des Radlogistikverbands Deutschland.

Die Umfrage zeigt zugleich, wo nachgeschärft werden muss. Die Richtlinie setzt voraus, dass der Antragsteller Eigentümer eines fabrikneuen Fahrzeugs wird und es mindestens drei Jahre hält. Leasing und Mietkauf fallen damit heraus. Die Umfrage ist dazu eindeutig: 31 von 40 Unternehmen sprechen sich für eine Öffnung aus, nur zwei dagegen – und 27 von 40 erwarten, dann mehr Fahrzeuge zu verkaufen oder einzuflotten.

„Die Richtlinie verlangt Eigentum, Fabrikneuheit und drei Jahre Haltedauer. Damit schließt sie die Beschaffungsform aus, die im gewerblichen Alltag längst Standard ist. Wir brauchen deshalb beides: eine Verlängerung über 2027 hinaus und eine Förderung, die auch geleaste Fahrzeuge erreicht“, so Dr. Tom Assmann, Fachvorstand Politik.

Zur Umfrage

Der RLVD hat im Sommer 2026 zwei Online-Befragungen durchgeführt: eine unter Anbietern (Hersteller, Fachhandel, Import) mit 23 Rückläufen und eine unter gewerblichen Anwendern mit 17 Rückläufen, zusammen 40 Unternehmen. Rücklaufzeitraum: 25. August bis 11. September 2026. Betrachtet wurden Fahrzeuge, die seit dem 1. Oktober 2024 verkauft beziehungsweise eingeflottet wurden. Die Teilnahme war freiwillig, die Befragung ist nicht repräsentativ. Die vollständige Auswertung steht unter www.rlvd.bike zum Download bereit.

Über den Radlogistikverband Deutschland

Der Radlogistikverband Deutschland (RLVD) setzt sich für die Verbreitung und Weiterentwicklung von Commercial Cargo Bikes in der Logistik und im urbanen Wirtschaftsverkehr ein und vertritt die Interessen des Ökosystems der Radlogistik. Der Verband wurde im September 2018 in Berlin gegründet und hat rund 90 Mitglieder. Als Teil von European Cycling Industries fungiert er als zentrale Netzwerkplattform der Branche.

Pressekontakt

Laurin Neusch, Leitung der Geschäftsstelle  ·  Radlogistikverband Deutschland e. V.

015203470571  ·  info@rlvd.bike  ·  www.rlvd.bike